Wurmarten beim Hund: Intestinale und extraintestinale Würmer verstehen
- vitahappy
- 27. Juli
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Stunden
Würmer gehören zu den häufigsten Parasiten beim Hund. Einige leben direkt im Magen-Darm-Trakt, andere können wichtige Organe wie Lunge, Herz oder Gewebe befallen. Deshalb unterscheidet man in der Tiermedizin zwischen intestinalen Würmern (Darmwürmern) und extraintestinalen Würmern (Würmern ausserhalb des Darms).
Eine Infektion bleibt nicht immer sichtbar: Viele erwachsene Hunde zeigen kaum Symptome, können aber trotzdem Wurmeier ausscheiden und damit andere Tiere oder Menschen gefährden.

Inhalt
1. Spulwürmer (Toxocara canis) – die häufigsten Darmwürmer beim Hund
Spulwürmer zählen zu den häufigsten Wurmarten bei Hunden. Die erwachsenen Würmer leben im Dünndarm und können eine Länge von etwa 10 bis 18 cm erreichen.
Welpen infizieren sich häufig bereits vor der Geburt über die Plazenta oder nach der Geburt über die Muttermilch. Erwachsene Hunde nehmen infektiöse Wurmeier aus der Umwelt auf oder infizieren sich durch das Fressen von Beutetieren (paratenischen Wirten) sowie von infiziertem rohem Fleisch oder Innereien.

Entwicklungszyklus des Spulwurms
Nach der Aufnahme schlüpfen die Larven im Dünndarm. Sie durchdringen die Darmwand und gelangen über den Blutkreislauf zunächst in die Leber und anschliessend in die Lunge. Von dort werden sie hochgehustet, wieder abgeschluckt und entwickeln sich im Dünndarm zu erwachsenen, eierproduzierenden Würmern.
Besonderheit: Somatische Wanderung
Bei älteren Hunden wandern viele Larven nicht mehr zurück in den Darm. Stattdessen kapseln sie sich in verschiedenen Geweben ein und verbleiben dort in einem Ruhestadium.
Bei trächtigen Hündinnen werden diese Larven gegen Ende der Trächtigkeit durch hormonelle Veränderungen wieder aktiviert und können die ungeborenen Welpen bereits im Mutterleib infizieren.
Mögliche Symptome
Bei Welpen können auftreten:
aufgeblähter Bauch („Wurmbauch“)
Wachstumsstörungen
Abmagerung
Durchfall
gelegentlich Husten
Erwachsene Hunde zeigen häufig keine Beschwerden, können aber trotzdem Wurmeier ausscheiden.
2. Hakenwürmer (Uncinaria stenocephala, Ancylostoma caninum) – kleine Würmer mit grosser Wirkung
Hakenwürmer leben im Dünndarm des Hundes. Mit ihrer speziellen Mundkapsel können sie sich an der Darmschleimhaut festhalten und Gewebeflüssigkeit oder Blut aufnehmen.
Je nach Hakenwurmart erfolgt die Ansteckung:
Aufnahme infektiöser Larven über den Mund
Eindringen der Larven durch die Haut
Bei bestimmten Arten auch über die Muttermilch
Hakenwürmer treten besonders häufig dort auf, wo viele Hunde zusammenleben, beispielsweise in Tierheimen, Zuchten oder Hundepensionen.

Mögliche Folgen einer Infektion
Ein stärkerer Befall kann verursachen:
Blutigen Durchfall
Blutarmut (Anämie)
Schwäche
Gewichtsverlust
Schlechte Entwicklung bei Welpen
Besonders junge Hunde können durch Hakenwürmer ernsthaft gefährdet sein.
3. Bandwürmer (Dipylidium caninum, Taenia-Arten) – Darmparasiten mit Zwischenwirten
Bandwürmer leben im Dünndarm und bestehen aus vielen einzelnen Segmenten. Diese Segmente können mit dem Kot ausgeschieden werden und sind manchmal im Fellbereich um den After sichtbar.

Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum)
Der häufigste Bandwurm beim Hund wird meist durch infizierte Flöhe übertragen.
Der Hund steckt sich an, wenn er beim Putzen einen infizierten Floh verschluckt.
Taenia-Arten
Diese Bandwürmer werden durch das Fressen infizierter Zwischenwirte übertragen, zum Beispiel:
Mäuse und andere Nagetiere
Rohes Fleisch oder Schlachtabfälle
Typische Anzeichen
Bandwürmer verursachen häufig nur geringe Beschwerden.
Möglich sind:
Juckreiz am After
„Schlittenfahren“ (Rutschen mit dem Hinterteil über den Boden)
Unruhe
Gelegentliche Verdauungsprobleme
Wichtig: Schlittenfahren ist nicht automatisch ein Hinweis auf Würmer. Häufig können auch Probleme mit den Analdrüsen dahinterstecken.
4. Gefährliche Zoonose-Bandwürmer: Gefahr für den Menschen
Einige Bandwürmer des Hundes können auch Menschen infizieren. Diese Erkrankungen werden als Zoonosen bezeichnet.
Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis)
Der Fuchsbandwurm kommt besonders in Deutschland sowie in Mittel- und Osteuropa vor.
Der Hund infiziert sich meist durch das Fressen infizierter Nagetiere.
Der Mensch steckt sich nicht durch den erwachsenen Wurm an, sondern durch die Aufnahme von Wurmeiern, die beispielsweise über verunreinigte Hände, Erde oder Fell aufgenommen werden können.
Die Erkrankung heisst alveoläre Echinokokkose. Dabei entstehen vor allem in der Leber tumorartig wachsende Gewebeveränderungen, die unbehandelt lebensbedrohlich sein können.

Hundebandwurm (Echinococcus granulosuss)
Der Hundebandwurm wird hauptsächlich durch den Verzehr roher Schlachtabfälle oder infizierter Innereien übertragen.
Beim Menschen verursacht er die zystische Echinokokkose, bei der sich flüssigkeitsgefüllte Zysten vor allem in der Leber und der Lunge bilden.
Hunde aus Risikogebieten oder Hunde, die Zugang zu rohen Schlachtabfällen oder Innereien haben, sollten regelmässig tierärztlich untersucht und gegebenenfalls entwurmt werden.
5. Der Peitschenwurm: Ein extrem hartnäckiger Darmparasit beim Hund
Der Peitschenwurm (wissenschaftlich: Trichuris vulpis) ist ein Darmparasit, der sich vor allem im Dickdarm (vor allem im Blinddarm) von Hunden festsetzt.

Seinen Namen hat er von seiner auffälligen Form: Er sieht tatsächlich aus wie eine winzige Peitsche. Der vordere Teil ist lang und ganz dünn (der „Peitschenriemen“), während der hintere Teil etwas dicker ist (der „Griff“).
Hier sind die wichtigsten Eigenschaften auf einen Blick:
Der Hund nimmt die mikroskopisch kleinen Wurmeier über die Umwelt auf – zum Beispiel beim Schnüffeln an kontaminiertem Boden, Pfützen oder durch versehentliches Fressen von Erde.
Das Fiese: Peitschenwurmeier sind extrem widerstandsfähig. Sie können im Erdboden mehrere Jahre überleben und bleiben bei Hitze wie Kälte ansteckungsfähig.
Mit seinem dünnen Vorderteil gräbt und bohrt sich der Peitschenwurm in die Schleimhaut des Dickdarms ein. Dort verankert er sich fest und ernährt sich vom Gewebe und Blut des Hundes.
Welche Symptome löst er aus?
Bei einem leichten Befall merkt man dem Hund oft gar nichts an. Bei stärkerem Befall führt die Verletzung der Darmschleimhaut jedoch zu:
Wiederkehrendem oder chronischem Durchfall (oft schleimig oder mit frischem Blut durchsetzt)
Bauchschmerzen und Blähungen
Gewichtsverlust und Mattigkeit
Bei sehr starkem Befall eventuell Blutarmut (Anämie)
Besonderheit bei der Diagnose
Peitschenwürmer sind bei normalen Kotproben manchmal gar nicht so leicht zu erwischen. Die ausgewachsenen Würmer scheiden ihre Eier nämlich nicht gleichmässig jeden Tag aus, sondern in Schüben. Deshalb ist es gerade beim Peitschenwurm enorm wichtig, den Kot über drei aufeinanderfolgende Tage zu sammeln, bevor er im Labor getestet wird.
6. Der Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum)
Während Magen-Darm-Würmer weit bekannt sind, wird der Lungenwurm – auch bekannt als „Französischer Herzwurm“ – von vielen Haltern unterschätzt. Dabei kommt er auch in
Mitteleuropa immer häufiger vor.

Wie die Ansteckung erfolgt:
Der Hund nimmt die Larven nicht über Kot auf, sondern über Schnecken. Das geschieht, wenn der Hund eine Schnecke frisst oder Gras, Spielzeug und Wasser aufnimmt, an denen infizierter Schneckenschleim haftet.
Was er im Körper macht:
Die Larven wandern aus dem Magen-Darm-Trakt in die Blutgefässe von Lunge und Herz. Dort reifen sie zu adulten Würmern heran. Die geschlüpften Larven werden hochgehustet, abgeschluckt und über den Kot wieder ausgeschieden.
Typische Symptome:
Der Befall verläuft oft schleichend. Im fortgeschrittenen Stadium zeigt der Hund
Husten,
Atemnot,
Trägheit oder sogar Blutgerinnungsstörungen (z. B. Nasenbluten oder schlecht heilende Wunden).
Besonderheit bei der Diagnose:
Lungenwürmer werden bei einfachen Standard-Kotproben oft übersehen. Moderne PCR-Tests, wie beispielsweise der Wurmtest von Pezz life, können zusätzlich gezielt nach dem Erbgut verschiedener Parasiten suchen – darunter auch Lungenwürmer.
7. Herzwurm (Dirofilaria immitis) – ein gefährlicher extraintestinaler Parasit
Während viele Parasiten den Magen-Darm-Trakt besiedeln, gehört der Herzwurm zu den gefährlichsten extraintestinalen Parasiten. Er lebt nicht im Darm, sondern nistet sich direkt im Herz-Kreislauf-System ein. Lange Zeit galt er als reine "Reisekrankheit" aus dem Mittelmeerraum, doch durch Klimawandel und steigenden Tiertransport breitet er sich zunehmend auch in nördlichere Regionen aus.
Wie die Ansteckung erfolgt: Im Gegensatz zu vielen anderen Würmern erfolgt die Infektion nicht über Kot oder Schnecken, sondern ausschliesslich über Stechmücken. Wenn eine infizierte Mücke einen Hund sticht, überträgt sie mikroskopisch kleine Larven (Mikrofilarien) in dessen Hautgewebe.
Was er im Körper macht: Die Larven wandern über mehrere Monate durch das Gewebe und gelangen schliesslich in die Blutbahn. Ihr Ziel sind die Herzarterien und die rechte Herzkammer. Dort reifen sie zu adulten Würmern heran, die eine beachtliche Länge von bis zu 30 cm erreichen können. Ein starker Befall kann den Blutfluss mechanisch blockieren und das Herz massiv schädigen. Adulte Würmer produzieren wiederum neue Mikrofilarien, die im Blut zirkulieren und von der nächsten Mücke aufgenommen werden können.
Die Erkrankung kommt hauptsächlich in warmen Regionen vor:
Südeuropa
Mittelmeerraum
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Symptome
Eine Herzwurminfektion entwickelt sich oft langsam. Mögliche Anzeichen:
Verminderte Belastbarkeit
Schnelle Ermüdung bei Anstrengung
Husten
Atemnot
Gewichtsverlust
Herz-Kreislauf-Probleme
Bei schweren Infektionen kann es zu Herzversagen und schweren Organschäden kommen.
Besonderheit bei der Diagnose:
Der Herzwurm lässt sich nicht über Kotproben nachweisen. Da er im Blut lebt, ist ein spezifischer Bluttest beim Tierarzt notwendig. Dieser Test sucht in der Regel nach Proteinen adulter weiblicher Würmer. Da sich die Larven erst nach etwa 6 bis 7 Monaten zu adulten Würmern entwickeln, ist ein Test erst nach dieser Zeit sinnvoll. Für Hunde, die aus dem Ausland kommen oder dorthin gereist sind, ist dieser Test essenziell.
Behandlung und Vorbeugung
Die Behandlung erwachsener Herzwürmer ist schwierig und kann Risiken bergen, da absterbende Würmer Blutgefässe verstopfen können.
Deshalb ist Vorbeugung besonders wichtig:
Schutz vor Mückenstichen
Tierärztlich empfohlene Prophylaxe bei Reisen in Risikogebiete
Produktempfehlung von VitaHappy zum Schutze vor Mückenstichen
Geprüftes Produkt von VitaHappy
Bei Reisen in Regionen mit einem erhöhten Herzwurmrisiko setzen wir zusätzlich auf einen natürlichen Mückenschutz. Ein Produkt, das wir bei VitaHappy sowohl bei uns selbst als auch bei Happy unserem Hündchen getestet haben und als sehr gut empfunden haben, ist PETDOG Protect 2809 Insekten-Abwehr Spray für Hunde.

Unsere Erfahrung: Das Produkt liess sich einfach anwenden, wurde von Happy gut vertragen und bot einen angenehmen zusätzlichen Schutz vor lästigen Stechmücken.
Wichtiger Hinweis: Dieses Produkt ersetzt keine tierärztlich empfohlene Herzwurmprophylaxe. Es dient ausschliesslich als ergänzende Massnahme, um die Anzahl von Mückenstichen möglichst zu reduzieren. Bei Reisen in Herzwurm-Risikogebiete sollten Sie sich immer von Ihrem Tierarzt über geeignete vorbeugende Prophylaxe beraten lassen.
„Transparenz-Hinweis: Ich habe dieses Produkt selbst gekauft und getestet. Dieser Beitrag enthält meine ehrliche, unbezahlte Meinung als Hundehalterin.“
Resümee von VitaHappy
Nicht jeder Wurmbefall führt sofort zu sichtbaren Beschwerden. Trotzdem können Würmer die Gesundheit des Hundes beeinträchtigen und einige Arten stellen auch eine Gefahr für Menschen dar.
Regelmässige Kotuntersuchungen, eine individuelle Entwurmungsstrategie und gute Hygiene helfen dabei, den Hund und seine Umgebung zu schützen.
Besonders wichtig ist eine regelmässige Kontrolle bei:
Welpen
Jagenden Hunden
Hunden mit Kontakt zu Beutetieren
Hunden mit Auslandsreisen
Hunden, die rohes Fleisch erhalten
Würmer sind Parasiten, die ernst genommen werden sollten – gleichzeitig sollte jede Massnahme immer zum individuellen Risiko des Hundes passen. Nicht jeder Hund benötigt dieselbe Strategie.
Doch wann ist eine Entwurmung wirklich sinnvoll? Welche Vor- und Nachteile hat sie und wann kann eine Kotuntersuchung eine gute Alternative sein?
Diese Fragen beantworten wir im nächsten Beitrag:„Entwurmung beim Hund: Sinnvolle Prophylaxe oder unnötige Belastung?“




